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"Kinder zeigen Stärke" - Sternsinger unterwegs PDF Drucken E-Mail
Montag, 10. Januar 2011 um 21:02
altAm 4. und 5. Januar dieses Jahres war es wieder soweit. Kinder der beiden christlichen Kirchengemeinden in Hannover-Mittelfeld, der evangelischen Gnadenkirche zum hl. Kreuz und der katholischen Kirche St. Eugenius (Pfarrgemeinde St. Bernward) verwandelten sich zu Königen und Sternenträgern und machten sich mit ihren Begleitern zu den Menschen im Stadtteil als Sternsinger auf den Weg. Sie besuchten die Menschen in ihren Häusern und Wohnungen, in Kindergärten, Alten- und Pflegeheimen, aber auch in den beiden Kirchen. Überall sangen sie ihre Lieder und trugen ihre Texte vor. Sie wünschten den Menschen ein frohes und gesegnetes neues Jahr.
Zum Zeichen dafür, dass der Segen Gottes mit den Menschen sei, schrieben sie den Segensspruch an die Tür: 20*C+M+B+11. Mancher denkt dabei vielleicht an die Namen der so genannten heiligen drei Könige, Casper, Melchior und Balthasar, doch die Buchstaben stehen für den lateinischen Spruch: Christus mansionem benedicat, was zu deutsch bedeutet: Christus segne dieses Haus, und zwar im Jahr 2011.
Die Sternsinger sammelten bei ihrer Aktion Geld für benachteiligte Kinder dieser Welt und erzielten ein stolzes Ergebnis von 1.913,20 €.
 
Es war das dritte Mal in Folge, dass die Sternsinger-Aktion in Mittelfeld ökumenisch, also von beiden christlichen Kirchengemeinden, durchgeführt wurde.
Das Leitwort der diesjährigen 53. Aktion Dreikönigssingen lautet: „Kinder zeigen Stärke“. Bundesweit beteiligen sich die Sternsinger an der Aktion. Das aktuelle Beispielland ist Kambodscha. Dort wurden durch kriegerische Auseinandersetzungen der letzten Jahre  auch viele Kinder verletzt und für ihr Leben gezeichnet. Wenn sie beim Spielen auf Minen traten, wurden ihnen die Beine und/oder die Arme abgerissen. Es gehört eine ganze Menge Mut und Stärke dazu, trotz schwerer Verletzungen wieder Freude am Leben zu gewinnen und trotz der Behinderung durch fehlende Gliedmaßen die täglichen Aufgaben und Arbeiten zu meistern.
Es fehlt meist vollständig an Unterstützung und Konzepten für gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Eigene Förderschulen gibt es meist nicht - erst recht nicht in ländlichen Gebieten, wo oft der Großteil der Bevölkerung lebt. Fehlende  Infrastruktur, mangelndes Wissen über den Umgang mit Kindern mit einer Behinderung und fehlende Hilfsmittel verschlechtern die Situation zusätzlich.
Doch nicht nur die Kinder in den Projekten in Kambodscha profitieren vom Einsatz der Sternsinger. Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten, in Flüchtlingslagern oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen - Kinder in gut 110 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.
1959 wurde die Aktion erstmals gestartet und ist inzwischen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den Mitteln aus der Aktion rund 2.400 Projekte für Not leidende Kinder unterstützt werden.
Bei der 52. Aktion Dreikönigssingen im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger mit 40,6 Millionen € das zweithöchste Ergebnis in der Geschichte der Aktion.