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Ausflug des Firmkurses in das Kloster Marienrode PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 30. November 2010 um 20:43
altAm 14. November trafen wir, die Firmgruppe von St. Bernward, uns erneut, um unsere zweite Exkursion in das Kloster Marienrode in Hildesheim anzugehen.  Nachdem wir uns gegen drei Uhr alle im bewährten alten Üstra – Bus eingefunden hatten, begann unsere Fahrt in den lauen Nachmittag. Als wir auf dem Parkplatz der schon recht beeindruckenden Anlage ankamen, begrüßte uns Diakon Gerd Jonissek, der bereits mit einigen anderen zur Vorbereitung unseres späteren „Dinners“ vorgefahren war und teilte uns mit, noch ein paar Minuten warten zu müssen. Viel länger dauerte es auch nicht bis Schwester Deborah uns herzlich begrüßte und in einen Raum führte, der für unsere nicht gerade kleine Gruppe auch angemessenen Platz bot.

 

Alle fanden früher oder später einen Platz, sodass sie auch gleich anfangen konnte, uns in die sehr wechselvolle Geschichte des Klosters und seine Bedeutung einzuweihen. Im Mittelalter des 12. Jahrhunderts gegründet und von Zisterziensern bewohnt, bestand es fast ganze 600 Jahre bis die von Napoleon angetriebene Säkularisation für die Enteignung des Komplexes sorgte, weshalb es die nächsten 180 Jahre als Gutshof benutzt wurde. 1988 erhielt es seine ursprüngliche klerikale Prägung zurück, als es von zehn Benediktinerinnen neu besiedelt wurde, nach deren Ordensregeln dort bis heute gelebt wird. Sie fuhr damit fort uns den Tagesablauf zu beschreiben, welcher nämlich eben nach jenem berühmten Spruch „ora et labora“ ausgerichtet ist.
So beten und arbeiten die Nonnen abwechslungsweise, wobei jede ihre ganz bestimmte Aufgabe im Kloster zu erledigen hat und jeder in ihrer Gemeinschaft einen besonderen Stellenwert besitzt. Zusätzlich dazu, dass sie mehrmals am Tag die Messe begehen, lesen sie zusammen beim Essen in der Bibel und informieren sich danach per Radio über die Geschehnisse des Tages, um nicht etwa, wie Schwester Deborah lachend bemerkte „auf einer einsamen Insel zu leben“.
Ihr Tag findet seinen Abschluss bei einem ausführlichen Austausch der Schwestern untereinander, bei dem im Gespräch über alles Erlebte eine normale, quasi familiäre Atmosphäre herrscht, welche Schwester Deborah immer als sehr wichtig bezeichnete, zeigt jene doch eine Suche nach Gott mit anderen in zwischenmenschlicher Beziehung und nicht ein überambitioniertes Streben nach religiöser Perfektion. Auf die Frage, ob es für sie selbst und ihre Bekannten eine große Umstellung gewesen wäre, als sie Nonne wurde, entgegnete sie, dass anfangs die Beziehung zu ihrer Mutter etwas gelitten habe, aber dies längst aus der Welt geräumt sei, sie nun schon seit ziemlich genau 20 Jahren in Marienrode lebe und sie die richtige Entscheidung getroffen hätte, da hier jeder seinen Weg auf seine persönliche Weise gehen könne.
Diese eindrückliche Erzählung machte einem die Dimension eines Eintritts in ein Kloster bewusst, zeigte jedoch auch zweifelsohne die positiven Konsequenzen, die daraus entstehen. Nun musste uns Schwester Deborah nach dem langen Gespräch auch wieder zügig hinausführen, da die Jugendvesper gleich beginnen sollte, welche eine besondere Form des Gottesdienstes darstellt, von der es künftig nicht mehr viele geben wird. Die Vesper zeichnete sich besonders durch den Gesang der beiden anwesenden Chöre und der Nonnen aus, der aufgrund eben jenes choralen Charakters ein neues Gefühl der Identifikation mit den gesungenen Texten vermittelte (www.4heavenssake.de). Zudem war der Gottesdienst ein echtes Gemeinschaftsprodukt, da, wie erwähnt, der Gesang speziell ausgestaltet wurde, während die Lesung eine Schwester übernahm, ein Mönch eine sehr ausführliche Predigt über das Hingezogensein zu klerikalen Einrichtungen, wie z. B. das Kloster, hielt und die Fürbitten letztlich von uns gehalten wurden. Nachdem alle ihrer ganz persönlichen Bitte mit einer angezündeten Kerze Ausdruck verliehen hatten, begaben wir uns zum abschließenden Treffen in den Pilgersaal, wo wir endlich die lang ersehnten Fladenbrote zu uns nehmen konnten (an dieser Stelle noch ein Dankeschön an die Vorbereitung). Als alle zufrieden und satt waren, ging es auch zurück in den
Bus, der uns dann gegen acht Uhr wieder in Hannover absetzte und uns nach einem vielfältig interessanten Erlebnis in die letzten Stunden des Wochenendes entließ.